Junior Konstrukteur

Du entwickelst Anlagenverbesserungen im Stahlwerk: vor Ort aufnehmen, konstruieren, Zeichnungen erstellen. Ab € 3.500 brutto, Vollzeit, Linz.

  • Linz
  • Vollzeit
  • ab 3.500 € brutto/Monat
Passt das zu dir?

Du schaust dir die Anlage lieber selbst an, als der Zeichnung zu vertrauen? In der Gruppe Stahlwerk eines Stahlkonzerns in Linz entwickelst du Verbesserungen für Anlagen, die es genau einmal gibt, vom Messgerät mit drei Kilo bis zur Maschine mit 200 bis 300 Tonnen. Die Stelle ist für den Einstieg nach der HTL Maschinenbau gedacht; das Spezialgebiet Stahlwerk lernst du hier. Was diese Rolle nicht ist: Serienkonstruktion mit wiederkehrenden Bauteilen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Der Ablauf wiederholt sich, die Aufgabe nie. Am Anfang steht ein Vorgespräch: Ein Betriebsingenieur oder ein Projektleiter schildert, was an einer Anlage nicht funktioniert und was er sich wünscht. Danach gehst du raus zur Anlage und schaust sie dir an.

Maße, Einbausituation und das Umfeld nimmst du vor Ort selbst auf, nicht aus alten Unterlagen. Dort bekommst du auch ein Gefühl für die Dimensionen, mit denen du es zu tun hast.

Dann entwickelst du die Lösung, dimensionierst vor, zeichnest im CAD und gehst den Entwurf mit dem Auftraggeber durch. Freigegeben wird gemeinsam, danach erstellst du die Fertigungszeichnungen. Bei der Umsetzung gehst du mit der Instandhaltung und der Schlosserei mit, etwa zu einem Lagertausch, schaust zu und leitest daraus die nächste Verbesserung ab. Wochen später steht dein Teil in der Anlage und läuft.

Welche Aufgaben hast du als Junior Konstrukteur?

Der Kern ist Anlagenverbesserung: Du analysierst Schwachstellen an den Anlagen im Stahlwerk, denkst die Ursachen durch und leitest daraus konstruktive Lösungen ab, die die Schwachstelle dauerhaft beseitigen. Aus der Problemstellung wird ein Entwurf, aus dem Entwurf eine ausarbeitungsreife Konstruktion.

Dazu gehören die Vor-Ort-Aufnahme als erster Schritt, die Abstimmung mit den Auftraggebern bis zur Freigabe und die normgerechten Fertigungszeichnungen samt korrekter Bemaßung und schweißrelevanter Angaben. Das Spektrum reicht von Änderungskonstruktionen, etwa einem anderen Bohrungsdurchmesser, über Stahlbau bis zum Schwermaschinenbau. Vordimensionierung und Finite-Elemente-Berechnungen machst du im CAD, für tiefere Berechnungen gibt es Kollegen.

Die Rolle hat Gewicht: Der Konstrukteur entscheidet in einem Projekt zu 70 Prozent über die Kosten. Mechatronik und Elektrotechnik spielen dabei kaum eine Rolle, verbaut werden im Wesentlichen Elektromotor und Endschalter.

Wie viel verdienst du als Junior Konstrukteur?

Das Gehalt: ab € 3.500 brutto pro Monat. Die Stelle ist Vollzeit.

Wo ist der Standort?

Der Dienstort ist Linz. Gearbeitet wird am Standort, ein Teil am Konstruktionsarbeitsplatz im CAD, ein Teil draußen an den Anlagen im Stahlwerk. Anlagenbegehungen sind fester Teil der Arbeit, nicht die Ausnahme: flüssiger Stahl, Schlacke, Lärm und große Dimensionen gehören dazu.

Was solltest du mitbringen?

Aus der HTL Maschinenbau bringst du mit: Grundlagen im Maschinenbau und in der Konstruktion, Teile konstruieren und Fertigungszeichnungen richtig bemaßen, Festigkeitsberechnung für die Vordimensionierung (ein Träger auf zwei Stützen sollte auswendig gehen), Werkstoffkunde in dem Sinn, welcher Werkstoff wofür passt und ob er härtbar ist, und Maschinenelemente. Was 10.9 auf einer Schraube bedeutet, solltest du erklären können. Härteprüfverfahren braucht hier niemand.

Das lernst du hier: Schweißsymbole kommen in der HTL nicht vor, das bringen wir noch bei. Dasselbe gilt für das Spezialgebiet Stahlwerk, für Fertigungsdetails aus der Praxis, für die CAD-Programme und alles rundherum sowie für die Arbeitsweise im Team. Nicht eingeschult wird die Neugier und die Bereitschaft, Hinweise erfahrener Kollegen anzunehmen und gezielt nachzufragen, statt zu warten. Dazu gehört auch, eine Konstruktion irgendwann freizugeben: das passt jetzt, das können wir weitergeben.

Mit wem arbeitest du zusammen?

Die Einarbeitung ist individuell, weil jeder mit anderem Stand anfängt. Zuerst siehst du das Stahlwerk, damit klar ist, was auf dich zukommt. Die CAD-Programme werden geschult, die Arbeitsweise im Team in ein, zwei Tagen eingeschult. Das erste halbe Jahr dient auch dazu, festzustellen, wo du fachlich stehst; daraus ergibt sich, was in den nächsten Jahren aufgebaut wird.

Die Gruppe Stahlwerk hat acht Personen. In jeder Gruppe arbeitet mindestens ein erfahrener Konstrukteur, von dem zwei bis drei Jüngere lernen. Fragen kannst du jedem stellen, die Türen sind offen und die Zeit dafür ist da; unterstützt wird auch über die eigene Gruppe hinaus, etwa von Kollegen für Finite-Elemente-Berechnungen.

Nach außen arbeitest du mit den Auftraggebern: Betriebsingenieure und Projektleiter schildern den Bedarf, du entwickelst die Lösung, den Entwurf geht man gemeinsam durch. Für die Umsetzung bist du bei Instandhaltung und Schlosserei dabei. Alleingänge ohne Abstimmung sind nicht vorgesehen, es ist immer ein Miteinander.

Wer ist der Arbeitgeber?

Ein Stahlkonzern in Linz. Die Konstruktion sorgt dafür, dass die Anlagen, mit denen dort Stahl produziert wird, besser laufen: Schwachstellen werden analysiert und beseitigt, damit die Produktion weiterläuft. Was du konstruierst, wird im eigenen Betrieb gefertigt und aufgestellt, du siehst das Ergebnis in der Anlage.

Die Arbeit kommt aus dem Sondermaschinenbau: „Wir machen nur Prototypen.” Es gibt im Prinzip nichts, was hier nicht konstruiert wird, von kleinen Bauteilen bis zur Schwerstmaschine. Das Stahlwerks-Spezialgebiet gibt es in Österreich in dieser Form einmal, entsprechend wird Wissen intern weitergegeben.

Erwartet wird Respekt für Erfahrungswissen, Tiefe in der Analyse und die Fähigkeit, zu entscheiden, auch wenn eine Konstruktion nicht hundertprozentig perfekt ist. Lange Betriebszugehörigkeiten sind hier normal, bis zu 40 Jahre. Den Auswahlprozess begleitet Consolution, Recruiter Wolfgang Dreu.

Wie läuft der Bewerbungsprozess ab?

Zuerst vier kurze Praxisfragen (etwa zwei Minuten), dann zehn Situationen aus dem Arbeitsalltag, danach eine Rückmeldung innerhalb weniger Tage und ein persönliches Kennenlernen. Die Praxisfragen kommen aus dem Ausbildungsstoff, Betriebswissen wird nicht erwartet.

Kurzer Praxisteil
Vier kurze Praxisfragen aus dem Arbeitsalltag, etwa zwei Minuten. Danach warten zehn Situationen auf dich. Du siehst, wo du stehst.

Rückmeldung
Du bekommst innerhalb weniger Tage eine klare Einordnung, ob die Rolle zu deinem Profil passt.

Persönlicher Kontakt
Du siehst das Stahlwerk und lernst die Gruppe Stahlwerk kennen, mit der du arbeiten würdest, inklusive des erfahrenen Konstrukteurs in der Gruppe.

Was dich erwartet

Individuelle Einarbeitung statt Schema F
Erfahrener Konstrukteur in jeder Gruppe
CAD-Schulungen im Haus
Offene Tür für Fragen, jederzeit
Entwürfe werden gemeinsam freigegeben

Häufige Fragen

Ich kenne das Stahlwerksumfeld nicht. Reicht die HTL Maschinenbau?

Ja. Das Spezialgebiet Stahlwerk kommt in der HTL nicht vor, das lernst du hier im Betrieb. Erwartet werden die Grundlagen: Teile konstruieren, Fertigungszeichnungen erstellen und richtig bemaßen.

Ich habe noch nie in einem Betrieb konstruiert. Ist das ein Problem?

Nein, die Stelle als Junior Konstrukteur ist für den Berufseinstieg gedacht. Im ersten halben Jahr wird gemeinsam festgestellt, was du schon kannst und was du noch brauchst, daraus entsteht dein weiterer Aufbau.

Was passiert, wenn meine Konstruktion nicht perfekt ist?

Entwürfe werden immer mit dem Auftraggeber durchgegangen und gemeinsam freigegeben, du entscheidest nichts allein. Erwartet wird, dass du irgendwann sagst: das passt jetzt, das geben wir weiter.

Muss ich Schweißsymbole schon beherrschen?

Nein. Schweißsymbole werden in der HTL nicht gelehrt und deshalb im Betrieb beigebracht, genauso wie die Fertigungsdetails, die in der Schule zu kurz kommen.

Welches CAD-Programm brauche ich für die Konstruktion?

Gearbeitet wird mit Autodesk Inventor, auch für Vordimensionierung und Finite-Elemente-Berechnungen. Die CAD-Programme und alles rundherum werden intern geschult, ein sicheres Grundverständnis von 3D-CAD hilft dir beim Start.

Wie viel Zeit verbringe ich an der Anlage statt am Schreibtisch?

Der erste Schritt bei einer Aufgabe ist, sich die Anlage im Stahlwerk selbst anzuschauen und Maße und Einbausituation aufzunehmen. Wer nur am Bildschirm konstruieren will, ist hier falsch.

Brauche ich Kenntnisse in Elektrotechnik oder Mechatronik?

Nein. Verbaut werden in dieser Arbeit praktisch nur Elektromotor und Endschalter, der Rest ist Maschinenbau, Stahlbau und Schwermaschinenbau.

Was sollte ich aus Festigkeitslehre und Werkstoffkunde mitbringen?

Du solltest einen Träger auf zwei Stützen rechnen können und wissen, welcher Werkstoff wofür passt. Dazu gehört einzuschätzen, ob ein Werkstoff härtbar ist und welche Härte erreichbar ist. Härteprüfverfahren brauchst du nicht.

Wie läuft das erste halbe Jahr ab?

Am Anfang steht die Arbeitsweise im Team, dafür reichen ein, zwei Tage Einschulung. Dann geht es ins Stahlwerk, damit du die Dimensionen siehst, und parallel läuft die CAD-Schulung. In jeder Gruppe arbeitet mindestens ein erfahrener Konstrukteur, von dem du lernst.

Wie groß und wie unterschiedlich sind die Bauteile, mit denen ich zu tun habe?

Die Bandbreite reicht vom Messgerät mit drei Kilo bis zur Maschine mit 200 bis 300 Tonnen, dazu kommen kleine Änderungskonstruktionen wie geänderte Bohrungsdurchmesser. Gefertigt werden Prototypen, kaum etwas wiederholt sich.

Passt das zu dir?